
VORTRAG & DISKUSSION – im Rahmen der Internationalen Studentischen Woche
Veranstaltung in Kooperation mit dem RAS (Referat ausländischer Studierender) der Uni Leipzig
INGE HANSEN-SCHABERG
Das Jahr 1933 und in seiner Folge der Ausschluss von politisch und „rassisch“ Unerwünschten bedeuten eine tiefgreifende Zäsur – auch für die erst wenige Jahre junge akademische und wissenschaftliche Professionalisierung von Frauen. Nachdem am Anfang des 20. Jh. die Zulassung zum Studium gewährt worden war, die Promotion und schrittweise auch die Habilitation sowie Dozenturen für Frauen erstritten waren, wurde diese Entwicklung an den Universitäten und in außeruniversitären akademischen Professionen in der NS-Zeit radikal abgeschnitten.
Der Vortrag befasst sich mit der historischen Entwicklung der Universität als Studienort für Frauen und Arbeitsplatz für Wissenschaftlerinnen und beleuchtet die Umbrüche in der NS-Zeit und in der Nachkriegszeit. Es wird ein Überblick über die Vertreibung der Wissenschaftlerinnen und Akademikerinnen aus dem deutschsprachigen Raum gegeben und anhand ausgewählter Beispiele darauf eingegangen, ob das Exil den Abbruch der beruflichen Karrieren oder auch einen Neubeginn bedeuten konnte. Zudem wird diskutiert, welche Folgen die NS-Zeit für die Universitätslandschaft im Allgemeinen und für die Disziplinen im Einzelnen, nicht zuletzt für die Studierenden, und für die berufliche Emanzipation von Frauen hatte.
INGE HANSEN-SCHABERG, geb. 1954, Dr. phil., ist apl. Professorin für das Fach „Erziehungswissenschaft mit besonderer Berücksichtigung der Historischen Pädagogik“ an der TU Berlin, Fakultät I, Institut für Erziehungswissenschaft. Von 2006 - 2011 nahm sie eine Lehrtätigkeit am Pädagogischen Seminar der Georg-August-Universität Göttingen wahr. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Pädagogik im 20. Jahrhundert, Reformpädagogik, Mädchenbildung und Koedukation, pädagogische Biografien, Kindheit, Jugend und Schule im Exil. Seit 2001 ist sie Leiterin der Arbeitsgemeinschaft „Frauen im Exil“ und seit 2005 stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft für Exilforschung e.V.
Zudem stellt WAEL ZAYED das RAS und dessen Arbeit vor. In der Diskussion steht u.a. die Frage, was es heute für ausländische Studierende in Leipzig bedeutet, in einem anderen Land zu studieren / studieren zu wollen / studieren zu müssen? Welche Chancen sind damit verbunden - oder welche Einschränkungen?
Eintritt: 4,- / 2,- Euro ermäßigt