Lesungen / Vorträge
Vorträge, Lesungen und Bildungsveranstaltungen

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge aus weiblicher Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstlerinnen oder Frauen, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autorinnen-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referentinnen, Künstlerinnen und den BesucherInnen.
Mi., 25. 04. 18
19:00 Uhr
Queere Mittwochsgesellschaft
STAMMTISCH
Manchmal kann der Alltag ziemlich nervig sein. Dem wollen wir mit unserer reizenden Gesellschaft entgegenwirken und immer am vierten Mittwoch des Monats gemeinsam einen schönen Abend verbringen. Kennenlernen, Austauschen, Plauschen und sich gemeinsam begeistern. Wer auf all diese Dinge und noch viel mehr Lust hat, ist herzlich eingeladen.

Thema heute: Lesbischer Feminismus oder feministische Lesbe? Welche politischen Forderungen und/oder Sprengkraft stecken hinter diesen Begriffen? Gemeinsam wollen wir uns auf eine Spurensuche nach lesbischer Geschichte begeben und aktuellen Entwicklungen. Also: Lesben raus!
Unsere Gesellschaft ist für Frauen* geöffnet. dies bedeutet, es sind alle Menschen eingeladen, die sich als Frauen*, Trans*, Inter*, lesbisch oder queer verorten, fühlen, denken.

Do., 26. 04. 18
19:00 Uhr
Über dicke Körper in David Levithans Roman "Letztendlich sind wir dem Universum egal"
VORTRAG & LESUNG
Referentin: JUDITH SCHREIER

Jugendromane, die queere Themen behandeln, sind zum Glück keine Seltenheit mehr. So reiht sich auch "Letztendlich sind wir dem Universum egal" in dieses Genre ein. A hat keinen Körper und somit auch kein Geschlecht, sondern nur eine Seele, die jeden Tag in einem anderen Körper aufwacht, darunter auch lesbische, transgender und dicke Körper sowie bodies of color, wodurch die Verbindung von Körper und Seele hinterfragt werden soll. Jedoch ist der Roman nicht erfolgreich in seinem Vorhaben, da dieser sich trotzdem noch auf Heteronormativität und gesellschaftliche und diskriminierende Normen beruft. Der Vortrag dient als Einführung in das akademische Feld der Fat Studies und wird jenes Wissen praktisch am Beispiel des Tages, an dem A den dicken Körper von Finn Taylor besucht, anwenden. Damit wird die Problematik des Romans aufgezeigt, denn es wird schnell klar, dass die Trennung von Körper und Seele es nicht schafft Normen aufzubrechen und "Letztendlich sind wir dem Universum egal" Identitäten, Körper, und Erfahrungen nicht intersektional betrachtet. Besonders der dicke Körper von Finn Taylor, und damit dicke, männliche Sexualität, wird hier als unzumutbar und abstoßend dargestellt, was an der Einordnung des Buches als progressiv zweifeln lässt. Im Rahmen des Vortrages wird die Sprecherin Amy Wittenberg Passagen aus dem Roman und im Besonderen über das Kapitel mit Finn Taylor vorlesen.

JUDITH SCHREIER hat 2017 ihre Bachelor in American Studies und Deutsch als Fremdsprache abgeschlossen und studiert nun im Master American Studies an der Universität Leipzig. Sie forscht über die Darstellung von dicken Körpern sowie Gender und Sexualität in (amerikanischer) Literatur und Kultur. Zudem ist sie Fat-Aktivistin in Leipzig.
Die Veranstaltung findet im Rahmen von "women in science" statt. | Kooperation zwischen RGL des Stura der Uni Leipzig und der Frauenkultur
Eintritt: gegen Spende

Fr., 27. 04. 18
16:00 - 18:00 Uhr
Einführendes zu Intersektionalität - was verbirgt sich dahinter?
LESEKREIS
Gemeinsam wollen wir das Format des Lesekreises nutzen, um uns mit dem Konzept der Intersektionalität einführend und verständlich zu beschäftigen.
Eintritt: frei
Anmeldung ist bis zum 28.03.2018 erforderlich, die Texte werden drei Tage vorab per Mail zugesendet.

Do., 03. 05. 18
16:00 - 18:00 Uhr
Aufarbeitung Hexenverfolgung in Leipzig.
OFFENES ARBEITSTREFFEN
Thema heute: Vorstellung der Recherche zu dem Prozess zu Anna Bender 1648.
Alle Interessierten sind willkommen. Eintritt: frei

Do., 03. 05. 18
19:00 Uhr
Energiewende 2050: Wo geht's hin?
VORTRAG & DISKUSSION
Referent*in: Dr. OLGA NAUMOV
Welche Veränderungen bringt die Energiewende bis 2050? Wann erreichen Elektroautos die 500-km-Marke? Was machen die Forschenden? Dieser Vortrag beschäftigt sich mit aktuellen Erkenntnissen aus der Energieforschung und erklärt verständlich neue Technologien, die wir heute schon nutzen. Zu diesen gehören Batterien und Brennstoffzellen. Während man erstere bereits aus Laptop und Handy kennt, sind Brennstoffzellen den Meisten noch unbekannt. Wiederum sind Brennstoffzellen ein Grundstein der Energiewende und beschäftigen Forschende weltweit. Brennstoffzellen sollen die schwankende Energieproduktion der erneuerbaren Energien ausgleichen und uns CO­2-freie Autos bescheren. Jedoch funktionieren die Brennstoffzellen noch nicht so, wie gewünscht: Sie sind noch zu teuer und verschleißen zu schnell. In diesem Vortrag wird gezeigt, wie Forschende an diesen Herausforderungen arbeiten.

Dr. OLGA NAUMOV, Physikerin, promoviert am Leibniz-Institute of Surface Engineering in Leipzig im Bereich Brennstoffzellen-Entwicklung.
Die Veranstaltung findet im Rahmen von "women in science" statt. | Kooperation zwischen RGL des Stura der Uni Leipzig und der Frauenkultur
Eintritt: gegen Spende

Mi., 09. 05. 18
15:00 - 17:00 Uhr
Sprich mit mir!
SPRACHTANDEM
Ein Sprachtandem-Projekt der Frauenkultur Leipzig und des Museums der Bildenden Künste Leipzig.
Interessierte Frauen können an jedem 2. Mittwoch im Monat das Museum der Bildenden Künste besuchen und im Sprachtandem dabei Sprache neu lernen. Eine Deutsch-Sprechende und eine Deutsch-Lernende Frau besuchen gemeinsam das Museum - und erzählen einander, was sie sehen. Sie entdecken zusammen Bilder - und lernen gemeinsam Deutsch oder auch eine andere Sprache...
Für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren. Die Teilnahme ist kostenlos.
Interessierte Frauen und Mädchen melden sich bitte in der Frauenkultur Leipzig | Tel. 0341 - 213 00 30
oder im Museum der Bildenden Künste Leipzig | Tel. 0341 - 216 999 923, kirsten.huwig@leipzig.de

Do., 17. 05. 18
17:00 - 20:00 Uhr
Aktionstag anlässlich des IDAHIT
Internationaler Tag gegen Homophobie in Solidarität mit trans*- und intergeschlechtlichen Menschen (IDAHOT/ IDAHIT)
Am 17. Mai erinnern Menschen rund um den Erdball mit vielfältigen Aktionen an den Tag, an dem Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestrichen wurde. Seitdem gilt sie offiziell nicht mehr als Krankheit. Transgeschlechtliche Menschen hingegen werden in Deutschland noch immer pathologisiert und müssen demütigende Verfahren über sich ergehen lassen. An intergeschlechtlichen Menschen werden auch heute noch irreversible verstümmelnde Eingriffe und hormonelle Behandlungen vorgenommen. Auf diese Menschenrechtsverletzungen will der Sachsenweite Rainbowflash ebenso aufmerksam machen.

Die Aktionen am 17.05 sind auch Zeichen der tiefen Verbundenheit mit allen Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität Verfolgung, Folter oder Tod erfahren müssen. In über 70 Staaten der Erde werden Menschen wegen ihrer Liebe zum gleichen Geschlecht kriminalisiert und verfolgt.
Wir setzen gemeinsam ein Zeichen für Vielfalt in unserer Gesellschaft und lassen unsere Botschaften gegen Homo- und Trans- und Interphobie in den Himmel über Sachsen steigen.

Rainbowflash in Leipzig
Auf dem Markt von 17.00- 20.00 Uhr
Seit 2010 koordiniert der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen die zahlreichen Aktionen um den IDAHOT/IDAHIT.

Mi., 23. 05. 18
19:00 Uhr
Queere Mittwochsgesellschaft
STAMMTISCH
Manchmal kann der Alltag ziemlich nervig sein. Dem wollen wir mit unserer reizenden Gesellschaft entgegenwirken und immer am vierten Mittwoch des Monats gemeinsam einen schönen Abend verbringen. Kennenlernen, Austauschen, Plauschen und sich gemeinsam begeistern. Wer auf all diese Dinge und noch viel mehr Lust hat, ist herzlich eingeladen.

Thema heute: FILMABEND zum Thema: Pro choice statt pro life!
Die queere Mittwochsgesellschaft lädt alle interessierten Personen ein zu einem gemeinsamen Filmabend mit thematischem Input und Diskussion. Wir zeigen im Rahmen der Mobilisierungskampagne von Pro Choice Sachsen die Arte-Dokumentation: "Pro Life - Abtreibungsgegner auf dem Vormarsch". Beginn ist um 19 Uhr mit einem Input und Diskussion zu "Pro Choice oder Pro life? Was verbirgt sich dahinter?", allgemeine Infos zu dem geplanten Schweigemarsch am 16. Juni in Annaberg-Buchholz und die Gegenproteste mit dem treffenden Motto: "Leben schützen - Abtreibung legalisieren!"
Unsere Gesellschaft ist für Frauen* geöffnet. dies bedeutet, es sind alle Menschen eingeladen, die sich als Frauen*, Trans*, Inter*, lesbisch oder queer verorten, fühlen, denken.

Do., 24. 05. 18
19:00 Uhr
"Die Antifeministen" (1902) oder: Lest nach bei Hedwig (Dohm)!
VORTRAG & DISKUSSION
Prof. Dr. SUSANNE MAURER, Universität Marburg

Der Vortrag erinnert an frühe Auseinandersetzungen um Antifeminismus, wie sie etwa in den Schriften der streitbaren Denkerin Hedwig Dohm, einer Pionierin des ,radikalen Flügels' der bürgerlichen Frauenbewegung im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, zu finden sind. Scharfsinnig und mit gehörigem Witz führt Hedwig Dohm die Argumente der "Antifeministen" vor - und zwar im doppelten Sinne des Wortes. Seltsam, wie vertraut die Argumente der Frauenemanzipationsgegner*innen aus vergangenen Jahrhunderten uns heute (noch) erscheinen . Die Texte von Hedwig Dohm werden bezogen auf die historische Forschung zu Strömungen, Organisationen und Akteur*innengruppen des "Antifeminismus" um 1900.

SUSANNE MAURER, Professorin für Erziehungswissenschaft/Sozialpädagogik am FB 21, forscht u.a. zu Geschichte und Gegenwart von Frauenbewegungen sowie zum Verhältnis "Bildung und Soziale Bewegung". Mitbegründerin eines feministischen Archivprojektes in Tübingen und eines interdisziplinären Netzwerkes historisch arbeitender Frauen*, seit 2004 engagiert im Marburger Genderzentrum. Interessiert an Bewegungen der Kritik, insbesondere auch im Generationenverhältnis.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)

Di., 29. 05. 18
19:00 Uhr
#no120db vs. #120db - Was ist? Was ist nicht? Was müssen Frauen tun?
GESPRÄCHSRUNDE
Mit: SUSANNE HAMPE (Frauen für Frauen e.V.) und AMAL EL ABD (Historikerin, Projektleiterin Interkulturelles Frauen-Informations- und Beratungszentrums FiA) Moderation: Frauenkultur Leipzig

Das Benennen von sexistischen Übergriffen und sexueller Gewalt muss im feministischen Sinne immer möglich sein und eingefordert werden. "Gewalt gegen Frauen" als Phänomen ist nicht auf Nationalitätszugehörigkeit zurückzuführen.
Nicht wenige Frauen haben sexuelle Belästigungen und Gewalt von Männern erfahren. Dass Sexualstraftaten nicht einer bestimmten Nationalität zugeschrieben werden können, das ist bekannt. Sexualisierte Gewalt von Männern ohne Migrationshintergrund beschäftigt seit Jahrzehnten die Gerichte. Die Folge: Volle Frauen-Häuser.

Dass es sexualisierte Übergriffe durch migrantische Männer gab, ist ein Sachverhalt. Verbunden damit ist - wie bei jeder gewalttätigen Übergrifflichkeit - ein Handlungsbedarf. Um gesellschaftlich reagieren zu können, müssen sexuelle Übergriffe verbalisiert werden. Dass die Hemmschwellen bei vielen betroffenen Frauen groß sind - ist dabei ein bekanntes Problem. Bei migrantischen Straftätern kommt ein weiteres hinzu: Besonders rechte Gruppen nutzen mit Wonne solche Straftaten als wirkungsvolle Plattform für ihre rassistische Hetze aus. Ein Teil der Frauen befindet sich dadurch in einem Dilemma: Sexuelle Übergriffe öffentlich machen zu wollen, um gesellschaftlich darauf reagieren zu können - aber es nicht wollen, dass dieses von rechten Gruppen instrumentalisiert wird.

Die rassistische Vereinnahmung dieses Themas durch Rechte zeigt die aktuelle Kampagne #120db der Identitären Bewegung. In dem weit verbreiteten Mobilisierungs-Clip werden für sexuelle Gewalt und Übergriffe in Deutschland ausschließlich nicht-deutsche Männer verantwortlich gemacht. "Der Erfolg des Videos" und die undifferenzierte Zustimmung von Frauen sind erschütternd, zeigen aber auch eine Leerstelle im Umgang mit diesem Phänomen auf.

Was müssen Frauen tun? - ist die Frage nach einem feministischen Umgang mit sexuellen Übergriffen, sowie der Wunsch nach Antworten, Argumenten und Diskussionen - ohne "den Rechten Futter" zu geben oder selbst in eine rassistische Ecke gestellt zu werden. Es bedarf einer umfassenden Debatte über gesellschaftlich legitimiertes Verhalten in Bezug auf sexistische und sexuelle Übergriffe - sowie Strategien gegen Macht (männliche, mediale...) und antrainiertes Verhalten.

Hierfür möchten wir einen ersten Schritt gehen und im Rahmen der Veranstaltung Klarheit schaffen über die Hintergründe der Kampagne #120db - und gemeinsam diskutieren.
Eintritt: frei

Do., 31. 05. 18
19:00 Uhr
Fallschirmseide - eine Geschichte von Frauen, Raupen, Jägern
VORTRAG & DISKUSSION
Referent*in: DEBORAH JEROMIN
Ausgehend von einer Recherche nach der NS-Seidenraupenzucht in Leipziger Kleingärten ab Mitte der 1930er Jahre, entspinnt sich in der Diplom-Arbeit "Fallschirmseide - eine Geschichte von Frauen, Raupen und Jägern" die Geschichte der Besatzung der Deutschen Wehrmacht auf Kreta - erzählt von kretischen Zeitzeuginnen, die die Seide der Fallschirme zu Taschentüchern und Anderem verarbeiteten. Entlang der Seidenfäden versucht die Abschlussarbeit das Verhältnis von Reinheit und Schmutz in der Seidenzucht im Kontext von Rüstungsproduktion und Mechanismen der Erinnerung durch Handarbeitsprozesse zu beleuchten.
Die Veranstaltung findet im Rahmen von "women in science" statt. | Kooperation zwischen RGL des Stura der Uni Leipzig und der Frauenkultur
Eintritt: 3,- | 1,50 Euro ermäßigt

Mi., 13. 06. 18
19:30 Uhr
Die Frauen um Karl Marx
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: INA HOERNER-THEODOR (Köln)
Ina Hoerner-Theodor, Mitbegründerin des ältesten deutschen Frauengeschichtsvereins, widmet sich dem Anteil der Frauen an Marx' Leben und Werk: Jenny von Westphalen, die als Ehefrau, politische Gefährtin und "Geschäftsführerin" einen entscheidenden Beitrag dazu leistete, dass er ein bemerkenswertes geistiges Vermächtnis hinterlassen konnte. Helena Demuth, der Haushälterin und Vertrauten der Familie. Und den Töchtern Jenny, Laura und Eleanor, die vom politischen Geist der Eltern geprägt waren, sich aber in ihren Einschätzungen der Frauenfrage unterschieden.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e. V. und der Frauenkultur.
Eintritt: 5,- | 3,- Euro ermäßigt

Do., 05. 07. 18
19:00 Uhr
Der Frau bleibt kein anderer Ausweg, als an ihrer Befreiung zu arbeiten.
Zum Denken der Freiheit bei Simone de Beauvoir
VORTRAG & DISKUSSION
MIRJAM DIERKES

Simone de Beauvoir (1908 - 1986) gilt bekanntermaßen als eine "Klassikerin" feministischer Theorie. In ihrem zentralen Werk "Das andere Geschlecht" von 1949 setzt sie sich in einzigartiger Weise material- und facettenreich mit den ermöglichenden und verhindernden Bedingungen eines freiheitlichen Lebensentwurfs für Frauen (und Männer) auseinander. Lassen sich aus den Ideen der französischen Existenzialistin auch heute noch Anregungen für feministische/genderbezogene Debatten gewinnen?

MIRJAM DIERKES, M.A., Studium von Literatur- und Politikwissenschaften, derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Hannover, dort tätig an der Gender-Koordinierungsstelle der Fakultät V - Diakonie, Gesundheit und Soziales.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)

Do., 19. 07. 18
19:00 Uhr
Ladies first. Zum Verhältnis von Feminismus und Emanzipation am Beispiel Metoo
VORTRAG & DISKUSSION
IRIS DANKEMEYER, Berlin

Um den Erfolg der Metoo-Kampagne wird zunehmend gestritten. Wo die einen das Ende feministischer Tradition befürchten, erwarten die anderen den Beginn einer neuen Frauenbewegung. Haben wir es nun mit einem generalisierenden Opferdiskurs zu tun, der sexuell selbstbestimmte weibliche Wesen wieder zu schutzbedürftigen und unschuldigen Mädchen erklärt? Oder handelt es sich um einen solidarischen Kampf gegen Gewalttäter und Unterdrückungsverhältnisse, durch den sich Frauen von Schuld- und Schamgefühlen befreien? Der Vortrag versucht zu rekonstruieren, wo der Spaß aufhört und die Gewalt anfängt. Er stellt das Verhältnis von Feminismus und Emanzipation anhand einiger Bilder von zeitgenössischen Politik- und Protestformen zur Diskussion. Die wichtigsten Fragen lassen sich dabei nur gemeinsam klären: Wie verhält sich das geschlechtliche Egalitätsprinzip zur historischen Differenz weiblicher Sozialisation? Wie hängen gesellschaftliche Gewaltfrage und soziale Frauenfrage zusammen?

IRIS DANKEMEYER studierte Soziologie und Sozialpsychologie in Hannover und Philosophie und Neuere deutsche Literatur in Berlin. Nach dem Ende des Studiums 2008 arbeitete sie als freie Autorin (u.a. für konkret, jungle world, De:Bug, testcard), mit den Schwerpunkten Musik- und Kulturkritik, Feminismus und Neosexualitäten. 2017 promovierte sie an der FU Berlin im Fach Philosophie und arbeitet seitdem als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt

Fr., 26. 10. 18
19:00 Uhr
Revolte der Frauen - Die Achtundsechziger Bewegung war auch weiblich
VORTRAG & DISKUSSION
FLORENCE HERVÉ

Eine der Frauen der ersten Stunde erzählt und zieht Bilanz:
Was geschah damals?
Wie ist sie zur Frauenbewegung gekommen?
Was wollten die Frauen bewegen?
Was haben sie erreicht?

Dr. FLORENCE HERVÉ, Autorin zahlreicher Bücher (zuletzt "Wasserfrauen"), pendelte in den 60er Jahren zwischen Bonn und Paris. Sie war sowohl Beobachterin wie Akteurin der 1968er Jahre: als Journalistin für französische und deutsche Zeitungen, als Studentin in der sozialistischen Bewegung und als Mitgründerin (1969) und Aktivistin des Arbeitskreis Frauenemanzipation Bonn - einer der Vorläufer der Demokratischen Fraueninitiative und des Kalenders wir frauen.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt